"Die Alte Welt"

Die Landkarte, die das Koblenzer Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation online zur Verfügung stellt, setzt den Landschaftsnamen „Alte Welt“ zwischen die Dörfer Rathskirchen, Nußbach, Hefersweiler, Reipoltskirchen. Alles klar? Nicht wirklich. Zwar ist damit amtlich bescheinigt, dass die „Alte Welt“ mehr als nur ein Gerücht ist, aber wo diese Landschaft beginnt und wo sie aufhört, lässt sich nicht klären.

Auch woher der Begriff „Alte Welt“ rührt, ist nicht zweifelsfrei festzustellen. Also galt es Quellenforschung zu betreiben. Diese Aufgabe übernahm der „Förderverein Alte Welt Museum Nußbach e.V.“

Man traf sich mit dem ehemaligen Leiter des Instituts für Pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, Roland Paul.
Das Ergebnis war, dass aus den zusammengetragenen Informationen, Quellen und Diskussionen sich keine eindeutigen historischen Beweise ergeben, woher der Begriff „die alt Welt“ kommt.

Noch nicht einmal die als wahrscheinlichste angenommene Begründung des im 19. Jh. begonnenen Eisenbahnbaus gilt sicher, als entlang der drei Flüsse an Alsenz, Glan und Lauter Bahnlinien gebaut wurden, das Gebiet dazwischen aber ohne Bahnanschluss blieb. Die „Neue Welt“ mit Bahn galt als modern, während in der bahnlosen „Alten Welt“ angeblich die Zeit stehen blieb. Noch heute wird der Begriff vielfach für eine angeblich rückständige Region verwendet. Diese hat den Begriff aber für sich entdeckt und führt ihn durchaus selbstbewusst.


FAZIT: Der Begriff „Alte Welt“ beschreibt eine in infrastruktureller und wirtschaftlicher Hinsicht vernachlässigte Region, die leider nicht an das Schienennetz angeschlossen und deren Struktur im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägt war. Die Rückständigkeit, die mit dieser Beschreibung einhergeht, hat aber auch seine positiven Seiten: So hat sich eine gewisse Beschaulichkeit und „Heimeligkeit“ in den Ortschaften der „Alten Welt“ bewahrt. Im Landschaftsbild findet man eine gewisse Romantik und verzauberte Schönheit wieder, die auch dem Erholungswert mit Blick auf „Entschleunigung“ und Ruhephasen gerecht wird. Diese originalen Eigenschaften gilt es zu erhalten und für die Zukunft zu nutzen.